Wie nehmen wir Kontakt miteinander auf? Wie tauschen wir uns miteinander aus? Wofür nehmen wir uns Zeit? Was glauben wir?
Die Skulptur OMG des deutschen Künstlers Joachim Bosse zitiert das Motiv des Christus am Kreuz, wobei das Kreuz die Form des f von Facebook hat. Mark Zuckerberg, der Gründer der wohl bekanntesten Social-Media-Plattform, hängt am Kreuz. Durch die Darstellung eines der mächtigsten Männer der Welt in einer heiligen Pose hinterfragt Bosse traditionelle Konzepte von Glaube und Autorität und regt Diskussionen über den Einfluss von Technologie auf die Gesellschaft an. Sind Tech-Unternehmer und Influencer die neuen Botschafter vermeintlicher Wahrheiten?
Die Ausstellung OMG. Die Suche nach Bedeutung im Zeitalter Sozialer Medien von Joachim Bosse, kuratiert von Anika Meier, wird vom 13. bis 27. April 2025 in der Kirche Herz Jesu in Essen-Altenessen zu sehen sein. Pfarrer Ingo Mattauch, der die Ausstellung initiiert und Bosse eingeladen hat, sagt: „OMG regt dazu an, sich Fragen zu stellen und gemeinsam zu diskutieren: Woran machen wir uns fest? Was leitet uns an? Was gibt uns Halt?“ Der Berliner Künstler wird einige Tage in Essen verbringen, um sich mit der Gemeinde vor Ort auszutauschen und gemeinsam im Gespräch nachzudenken, denn allgemeingültige Antworten auf Fragen unserer Zeit sind allein schwer zu finden.

Bosse sagt: „Facebook, Instagram, TikTok – soziale Medien formen unser Selbstbild, unsere Wahrheiten, unsere Moral. OMG hinterfragt, ob soziale Netzwerke neue Heiligtümer sind oder sie erschaffen. Was macht eine Ikone zur Ikone, was einen Celebrity zum Heiland? Wo endet Vernetzung? Wo beginnt Abhängigkeit? Und: Ist das jetzt ein menschliches Zitat von mir oder ein Zitat, generiert von einer künstlichen Intelligenz, die mich täuschend echt nachahmen kann?“ In einer Zeit, in der wir online schon jetzt oft nicht mehr wissen, ob wir es mit einer künstlichen Intelligenz oder einem Menschen zu tun haben, wird der Austausch von Mensch zu Mensch immer wichtiger und die Definition von eigenen und gesellschaftlichen Werten.

Joachim Bosse ist ein deutscher Konzeptkünstler, der sich mit dem Leben und Werten im postdigitalen Zeitalter befasst. Seit 2020 stellt er seine Werke in Ausstellungen aus und performt manchmal 24 Stunden vor hunderten von Menschen, um Räume zu schaffen, in denen Menschen offline über ihr Leben online ins Gespräch kommen. Seine Kunstwerke befinden sich in privaten Sammlungen, u. a. in der Boros Collection in Berlin.
Anlässlich der Ausstellung findet am Sonntag, den 13. April im Rahmen des Openings unter dem Titel „Wie finden wir Bedeutung im Zeitalter sozialer Medien?“ ein Gespräch zwischen dem Künstler Joachim Bosse und Pfarrer Ingo Mattauch statt. Durch das Gespräch führt die Autorin Anika Meier.
Begleitprogramm
- Opening 13. April, 16:00 – 19:00 Uhr
- Gespräch 13. April, 17:00 – 18:00 Uhr: Wie finden wir Bedeutung im Zeitalter sozialer Medien? Mit Ingo Mattauch und Joachim Bosse. Moderiert von Anika Meier
- Dialog mit der Jugend 14. April, 18:00 – 19:30 Uhr: Unter anderem offener Austausch mit dem Künstler
- Gottesdienst 18. April, 17:00 Uhr: Kreuzbetrachtungen im digitalen Zeitalter
- Gottesdienst zum Ende der Ausstellung 27. April, 17:00 Uhr: OMG – und die Frage, was ist Wahrheit
Öffnungszeiten
- 14. – 16. April, Mo – Mi: 10:00 – 12:00 und 16:00 – 20:00 Uhr
- 22. – 25. April, Di – Fr: 16:00 – 20:00 Uhr
- 26. April, Sa: 11:00 – 16:00 Uhr
- 27. April, So: 16:00 – 19:00 Uhr